Free consultation+49 7930-2699
280,000
Customers
Secure
shipping

Inflation wieder über drei Prozent: Die nächste Rechnung für Deutschlands Bürger

Loading chart

Die Inflation ist zurück – wobei sie für viele Verbraucher vermutlich nie wirklich weg war. Im September 2026 sind die Verbraucherpreise in Deutschland nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 3,3 Prozent gestiegen, Energie kostete sogar 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Politik antwortet mit einem neuen Tankrabatt. Doch die eigentliche Frage lautet längst nicht mehr, ob Benzin bis Silvester ein paar Cent billiger wird, sondern wie lange sich Deutschland einen Zustand leisten kann, in dem Kaufkraftverlust, teure Energie und immer neue Entlastungspakete zum Normalzustand werden.

Menschenleere Tankstelle bei Nacht mit Zapfpistole im Vordergrund und unscharfer Preistafel
An der Zapfsäule wird die Inflation zuerst sichtbar – bezahlt wird sie am Ende in fast jedem Produkt.

Die Inflation meldet sich eindrucksvoll zurück

Wer geglaubt hatte, Deutschland habe das Inflationsproblem halbwegs hinter sich gelassen, erlebt gerade eine unangenehme Überraschung. Im Juni lag die Teuerungsrate noch bei 2,3 Prozent, im Juli bei 2,8 Prozent, im August bei 2,9 Prozent. Im September folgte der Sprung auf 3,3 Prozent. Das geht aus der Pressemitteilung Nr. 348 vom 30. September 2026 des Statistischen Bundesamtes hervor. Es handelt sich um vorläufige Zahlen, das endgültige Ergebnis folgt am 13. Oktober.

Inflationsrate in Deutschland 2026 (Veränderung zum Vorjahresmonat in Prozent)
IndexJuniJuliAugustSeptember*
Gesamtindex (VPI)2,32,82,93,3
Energie3,48,310,514,9
Waren1,72,53,03,8
Dienstleistungen3,12,92,82,7
Nahrungsmittel0,40,40,10,4
Kerninflation (ohne Nahrung und Energie)2,52,42,42,4
* vorläufig. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 348 vom 30.09.2026

3,3 Prozent klingen zunächst weit weniger bedrohlich als die Raten der großen Teuerungswelle zu Beginn dieses Jahrzehnts. Doch dieser Vergleich führt in die Irre. Eine niedrigere Inflationsrate bedeutet nicht, dass Lebensmittel, Energie und Dienstleistungen auf ihr früheres Preisniveau zurückkehren. Sie bedeutet lediglich, dass ein bereits deutlich gestiegenes Preisniveau weiter wächst. Aus dem steilen Aufstieg wird eine flachere Treppe – hinunter führt sie deshalb noch lange nicht.

Genau das macht die öffentliche Debatte über Inflation mitunter so weltfremd. Statistisch kann eine Rate sinken, und der Verbraucher hat trotzdem das Gefühl, dass sein Leben immer teurer wird. Beides widerspricht sich nicht. Wer nach mehreren Jahren kräftiger Preissteigerungen noch einmal drei Prozent mehr bezahlen muss, kann sich wenig dafür kaufen, dass Ökonomen das als „moderat“ bezeichnen. Warum die gefühlte Teuerung oft weit über der amtlichen liegt, haben wir in unserem Beitrag „Warum sich Inflation für viele wie 10 Prozent anfühlt“ ausführlich erklärt.

Für Sparer gilt ohnehin eine einfache Rechnung: Entscheidend ist nicht, wie viele Euro auf dem Konto stehen, sondern was diese Euro noch kaufen können. Die Inflation arbeitet dabei bemerkenswert geräuschlos. Sie verschickt keinen Steuerbescheid, verlangt keine Überweisung und bucht nichts sichtbar ab. Das Geld bleibt liegen – nur seine Kaufkraft verabschiedet sich Stück für Stück.

Loading X post…

Energie wird wieder zum Brandbeschleuniger

Der wesentliche Treiber ist Energie. Nach vorläufigen Berechnungen lagen die Energiepreise im September 14,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juni waren es noch 3,4 Prozent. Binnen eines Quartals hat sich die Dynamik damit mehr als vervierfacht. Auslöser sind laut Medienberichten vor allem Sorgen um die globale Ölversorgung im Zuge des Iran-Kriegs und der Lage an der Meerenge Bab al-Mandab; der Preis für Brent-Öl stieg zeitweise über 100 US-Dollar je Barrel. Das ifo Institut verweist zudem darauf, dass Erdgas- und Strompreise Mitte September den höchsten Stand seit Ende 2022 erreichten.

Bemerkenswert ist ein Detail aus dem Wägungsschema: Energie macht im Warenkorb des Verbraucherpreisindex nur rund 7,4 Prozent aus (73,9 Promille). Grob überschlagen erklärt dieser kleine Teil des Warenkorbs dennoch rund einen ganzen Prozentpunkt der Gesamtinflation. So viel Hebelwirkung hat kaum ein anderer Posten.

Ölraffinerie mit brennender Fackel in der Abenddämmerung, im Vordergrund fahrende Lkw
Energie ist kein beliebiges Gut im Warenkorb: Transport, Produktion, Kühlung und Wärme hängen direkt daran.

Warum Energie anders wirkt als ein teurer Fernseher

Wird ein Fernseher teurer, kann der Verbraucher den Kauf verschieben. Wird Energie teurer, läuft die Rechnung durch fast die gesamte Volkswirtschaft:

  • Logistik: Lkw, Lieferdienste und Handwerksbetriebe brauchen Kraftstoff – jeder Cent mehr landet in den Frachtkosten.
  • Industrie: Produktionsanlagen brauchen Strom und Gas, energieintensive Branchen spüren das sofort in der Kalkulation.
  • Handel: Supermärkte müssen kühlen, beleuchten und beliefert werden.
  • Wohnen: Gebäude brauchen Wärme – und die nächste Heizkostenabrechnung kommt bestimmt.

Die zweite Runde hat bereits begonnen

Unternehmen können steigende Kosten eine Zeit lang über ihre Margen auffangen. Irgendwann ist damit Schluss. Die ifo Preiserwartungen stiegen im September von 21,4 auf 22,7 Punkte. Laut ifo Institut deutet das darauf hin, dass die gestiegenen Energiepreise zunehmend auf die Verkaufspreise überwälzt werden. Die Aufschlüsselung zeigt, wo der Druck sitzt:

  • Energieintensive Industrie: Anstieg von 19,5 auf 24,8 Punkte
  • Handel: Anstieg von 30,0 auf 35,6 Punkte
  • Nicht-energieintensive Industrie: von 19,2 auf 20,4 Punkte
  • Dienstleister: Rückgang von 20,9 auf 19,8 Punkte

„Sprit und Heizöl haben sich bereits spürbar verteuert, im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben. Gleichzeitig wird der Preisdruck bei vielen Waren und Dienstleistungen weiter zunehmen.“

Timo Wollmershäuser, ifo-Konjunkturchef, 30. September 2026

Das ist wirtschaftlich nachvollziehbar. Ein Unternehmen ist keine soziale Einrichtung, die dauerhaft steigende Kosten aus eigener Tasche bezahlt. Trotzdem entsteht daraus eine gefährliche Kette:

  1. Energie wird teurer.
  2. Unternehmen erhöhen ihre Preise.
  3. Verbraucher verlieren Kaufkraft und fordern höhere Löhne.
  4. Steigende Personalkosten fließen wiederum in die Kalkulation ein.
  5. Aus einem Energiepreisschock wird ein breites Inflationsproblem.

Der Tankrabatt: ein Pflaster für drei Monate

Die Antwort der Bundesregierung ist bekannt, weil es sie in diesem Jahr schon einmal gab. Bundestag und Bundesrat haben einen erneuten „Tankrabatt“ beschlossen, der seit dem 1. Oktober gilt. Die Eckpunkte laut Gesetzgebung und Berichterstattung:

  • Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent je Liter, inklusive Mehrwertsteuer ergibt sich eine rechnerische Entlastung von 16,7 Cent.
  • Die Maßnahme gilt drei Monate, von Oktober bis Ende Dezember 2026.
  • Der Staat rechnet mit Steuerausfällen von bis zu 2,5 Milliarden Euro, die Bund und Länder je zur Hälfte tragen wollen.
  • Eine Pflicht für die Mineralölwirtschaft, die Senkung vollständig an die Kunden weiterzugeben, enthält die Regelung nicht.
  • Ein „Spritpreisdeckel“ ist verabredet – allerdings erst als Kriseninstrument ab Anfang 2027.

Selbst Befürworter nennen die Maßnahme ein „Pflaster“, das die Ursache nicht heile, so der CDU-Finanzpolitiker Stefan Korbach im Bundestag. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisierte, die deutsche Politik dürfe nicht alle drei Monate hin und her schwanken, und forderte, über die CO2-Bepreisung und alle Preisregeln zu sprechen, die Energie in Deutschland staatlich teurer machen. Ökonomen erwarten, dass der Rabatt die Inflationsrate im Oktober um etwa 0,3 Prozentpunkte dämpft, so Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding.

Kettner-Einordnung

Der Staat verdient an teurer Energie kräftig mit: Die Mehrwertsteuer wird auf den gestiegenen Endpreis erhoben, dazu kommen Energiesteuer und CO2-Preis. Wenn derselbe Staat einen Teil davon für drei Monate zurückgibt, ist das keine Entlastung im eigentlichen Sinn, sondern eine befristete Rückerstattung. Unsere Einschätzung: Der Tankrabatt senkt vor allem die Inflationsrate für die Statistik – und damit die politische Temperatur. An den Ursachen, also an den Energiekosten am Standort Deutschland, ändert er nichts. Am 1. Januar ist das Pflaster wieder ab.

Kaufkraftverlust ist die Steuer, über die niemand abstimmt

Für private Haushalte hat Inflation eine weitere unangenehme Eigenschaft: Ihre langfristige Wirkung wird regelmäßig unterschätzt. 3,3 Prozent erscheinen überschaubar, solange man nur zwölf Monate betrachtet. Bleibt eine solche Rate jedoch über längere Zeit bestehen, entwickelt sie enorme Kraft.

Modellrechnung: Kaufkraft von 10.000 Euro bei konstant 3,3 Prozent Inflation
ZeitraumKaufkraft in heutigen PreisenVerlust
Nach 5 Jahrenrund 8.500 Euroca. 15 Prozent
Nach 10 Jahrenrund 7.230 Euroca. 28 Prozent
Nach 20 Jahrenrund 5.220 Euroca. 48 Prozent
Nach 30 Jahrenrund 3.780 Euroca. 62 Prozent
Eigene Berechnung. Ausdrücklich keine Prognose, sondern eine Veranschaulichung des Zinseszinseffekts.

Niemand weiß, wie hoch die Inflation in den kommenden Jahrzehnten sein wird. Die Rechnung zeigt lediglich, was selbst vermeintlich moderate Preissteigerungen bewirken, wenn man ihnen Zeit lässt: Bei 3,3 Prozent halbiert sich die Kaufkraft des Geldes in gut 21 Jahren. Probieren Sie es mit Ihren eigenen Zahlen aus:

Calculate your loss of purchasing power due to inflation

According to the Federal Statistical Office, the inflation rate was most recently at 8.7%

Inflation wirkt damit fast wie eine Steuer – nur ohne parlamentarisch festgelegten Steuersatz und ohne sichtbare Abbuchung. 100.000 Euro bleiben auf dem Konto 100.000 Euro. Die entscheidende Frage lautet jedoch, ob man sich dafür in zehn Jahren noch dasselbe Auto, dieselbe Renovierung oder dieselbe Menge an Waren und Dienstleistungen leisten kann. Wie sich dieser Effekt historisch ausgewirkt hat, lesen Sie in unserem Ratgeber Inflation.

Halbvoller Einkaufskorb, langer Kassenbon und leere Geldbörse auf einem dunklen Küchentisch
Der Kassenbon wird länger, der Korb nicht voller: So sieht Kaufkraftverlust im Alltag aus.

Ihre persönliche Inflation ist nicht die amtliche

Der Verbraucherpreisindex bildet einen Warenkorb mit rund 700 Güterarten ab. Wer überdurchschnittlich viel für Energie, Mobilität oder andere stark verteuerte Bereiche ausgibt, erlebt einen deutlich stärkeren Kaufkraftverlust als der statistische Durchschnitt. Besonders betroffen sind derzeit:

  • Pendler auf dem Land ohne Alternative zum Auto,
  • Haushalte mit Ölheizung – Heizöl verteuerte sich etwa in Nordrhein-Westfalen im September um fast 50 Prozent,
  • Rentner und Bezieher fester Einkommen, deren Bezüge erst mit Verzögerung angepasst werden,
  • Kleinbetriebe und Handwerker mit eigenem Fuhrpark.

Der statistische Durchschnittsmensch existiert eben vor allem in Tabellen. Deshalb geht es bei Inflation um mehr als steigende Preise: Es geht um die schleichende Verschiebung von Wohlstand. Wer Einkommen und Vermögen schneller steigern kann als die Preise, kommt vergleichsweise gut durch solche Phasen. Wer von einem festen Einkommen lebt oder große unverzinste Geldbestände hält, trägt einen erheblichen Teil der Last.

Wer an der Inflation verdient

Inflation trifft nicht alle gleich – und es gibt auch Profiteure. Der größte Schuldner im Land ist der Staat. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag das Finanzierungsdefizit des Öffentlichen Gesamthaushalts allein im ersten Halbjahr 2026 bei 98,8 Milliarden Euro; die Ausgaben stiegen um rund 6 Prozent, die Einnahmen nur um rund 2 Prozent. Für einen Schuldner dieser Größenordnung ist Inflation eine bequeme Begleiterscheinung: Die Schuld bleibt nominal gleich, ihr realer Wert schrumpft. Gleichzeitig steigen die Steuereinnahmen mit den Preisen mit, ohne dass ein einziger Steuersatz erhöht werden muss.

Dazu passt der Blick auf die Zinsen. Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins 2026 laut Medienberichten zweimal angehoben, auf zuletzt 2,50 Prozent. Bei einer Inflationsrate von 3,3 Prozent bleibt der Realzins damit negativ. Wer sein Geld auf dem Girokonto oder zu Konditionen unterhalb der Teuerung parkt, verliert real – jeden Tag, ganz ohne Kursverlust.

Loading chart

Die Frage muss erlaubt sein, ob eine Politik, die sich selbst immer weiter verschuldet, überhaupt ein ernsthaftes Interesse an dauerhaft niedriger Inflation haben kann. Unsere Einschätzung: Solange die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden strukturell ins Minus laufen, ist eine moderat erhöhte Teuerung für den Staat das kleinere Übel – für die Sparer ist sie das größere. Mehr zu diesem Mechanismus finden Sie in unserem Beitrag „Inflation sinkt, Preise bleiben hoch: Die Preislüge“.

Die eigentliche Warnung steckt hinter den 3,3 Prozent

Niemand sollte aus einer Inflationsrate von 3,3 Prozent eine unmittelbar bevorstehende Währungskatastrophe konstruieren. Ebenso fahrlässig wäre es, die Entwicklung mit einem Schulterzucken abzutun. Die Kerninflation liegt mit 2,4 Prozent deutlich niedriger, Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent, Nahrungsmittel lediglich um 0,4 Prozent. Der Schub wird also zu einem erheblichen Teil von Energie getragen.

Doch genau darin steckt die Warnung. Energiepreise bleiben nicht sauber isoliert in einer Statistikspalte. Sie sickern in Transportkosten, Erzeugerpreise und Dienstleistungen ein. Ein erstes Signal liefert die Warenteuerung, die von 1,7 Prozent im Juni auf 3,8 Prozent im September gestiegen ist. Auch die Importpreise lagen laut Destatis im August bereits 8,3 Prozent über dem Vorjahr. Das ifo Institut rechnet für 2027 mit durchschnittlich 3,0 Prozent Inflation.

Die entscheidende Frage der kommenden Monate lautet deshalb nicht, ob der Tankrabatt die Rate kurzfristig um einige Zehntel drückt. Entscheidend ist, ob sich der Preisdruck verfestigt. Kommt zur hohen Teuerung eine schwache Konjunktur hinzu, droht jene Mischung, die Ökonomen als Stagflation bezeichnen – das unangenehmste aller Szenarien für Sparer, Unternehmen und Notenbanken zugleich. Warum der Preisdruck strukturell bleibt, analysieren wir auch in „Die Inflation ist nicht besiegt“.

Ratgeber: So schützen Sie Ihre Kaufkraft

Für Anleger und Sparer rückt die Frage nach dem realen Werterhalt ihres Vermögens wieder in den Vordergrund. Die folgenden Schritte sind keine Anlageberatung, sondern eine Orientierung, um die eigene Lage nüchtern zu prüfen:

  1. Persönliche Inflationsrate ermitteln. Destatis bietet einen persönlichen Inflationsrechner an, mit dem Sie Ihre Ausgaben für Energie, Mobilität und Wohnen gewichten können. Viele Haushalte liegen deutlich über dem Durchschnitt.
  2. Realzins statt Nominalzins betrachten. Ziehen Sie von jedem Zinsangebot die Inflationsrate ab. Liegt das Ergebnis unter null, verlieren Sie real Geld.
  3. Liquiditätsreserve bewusst bemessen. Ein Notgroschen für drei bis sechs Monatsausgaben ist sinnvoll. Alles darüber hinaus auf dem Girokonto ist der Geldentwertung schutzlos ausgesetzt.
  4. Breit streuen. Kein einzelner Vermögenswert schützt in jeder Lage. Sachwerte, Beteiligungen und Edelmetalle reagieren unterschiedlich auf Inflation, Zinsen und Krisen.
  5. Edelmetalle als Baustein prüfen. Gold und Silber sind keine Zahlungsversprechen, sondern physische Werte. Wer sich dafür entscheidet, kauft physisch, in gängigen Formaten und lagert sicher.
  6. Staatliche Entlastungen nicht einplanen. Tankrabatte und Einmalzahlungen sind befristet. Ihre Finanzplanung sollte ohne sie funktionieren.

Vertiefende Strategien finden Sie in unserem Ratgeber Inflationsschutz.

Warum Gold in dieser Debatte eine Sonderrolle spielt

Goldmünze 1 Unze Krügerrand auf dunklem Schiefer im warmen Streiflicht
Der Krügerrand, eine der bekanntesten Anlagemünzen der Welt: Gold ist kein Zahlungsversprechen einer Bank oder eines Staates.

Gold besitzt eine besondere Eigenschaft: Es ist kein Zahlungsversprechen einer Bank, eines Unternehmens oder eines Staates. Keine Notenbank kann es nachdrucken, kein Finanzminister kann es per Haushaltsbeschluss vermehren. Das macht das Edelmetall nicht zu einer Versicherung gegen jede Preissteigerung, und kurzfristig kann der Goldpreis erheblich schwanken. Doch gerade in Zeiten monetärer und geopolitischer Unsicherheit erklärt diese Unabhängigkeit, warum Gold seit Jahrhunderten als Vermögenswert eine besondere Rolle spielt. Die lange Linie dieser Geschichte zeichnen wir in „Gold vs. Inflation“ nach.

Loading chart

Wer sich mit physischem Gold beschäftigt, landet meist bei zwei Formaten: Goldmünzen wie dem Krügerrand, die weltweit bekannt und leicht handelbar sind, oder Goldbarren, die bei größeren Beträgen ein günstigeres Verhältnis von Preis zu Feingewicht bieten. Als Ergänzung mit niedrigerem Einstiegspreis kommt Silber infrage. Anlagegold ist in Deutschland zudem von der Mehrwertsteuer befreit.

Products are loading…

Unterm Strich: Symptome statt Ursachen

Die Septemberzahlen erzählen eine größere Geschichte als die von teurem Benzin. Sie zeigen ein Land, das erneut mit einem externen Energieschock kämpft, Unternehmen, die höhere Kosten zunehmend weiterreichen, und einen Staat, der mit Milliardenentlastungen versucht, die unmittelbaren Folgen zu dämpfen – während er selbst Rekorddefizite schreibt. Das mag kurzfristig politisch verständlich sein. Dauerhaft kann eine Volkswirtschaft ihren Wohlstand jedoch nicht dadurch sichern, dass sie steigende Kosten immer wieder mit neuen Entlastungspaketen überdeckt.

Deutschland braucht deshalb nicht nur billigeren Sprit für drei Monate. Es braucht eine Antwort auf die wesentlich unangenehmere Frage, wie Energie, Produktion und Wohlstand dauerhaft bezahlbar bleiben sollen. Solange diese Antwort fehlt, wird die Politik weiter Symptome behandeln und dafür Milliarden ausgeben. Die Bürger dürfen derweil beobachten, wie ihre Kaufkraft langsam schmilzt – und bekommen anschließend erklärt, mit welchem neuen Entlastungspaket der Staat sie diesmal davor schützen möchte.

Unsere Einschätzung: Wer darauf wartet, dass die Politik das Problem löst, wird die Rechnung trotzdem bezahlen. Wer sein Vermögen heute bewusst auf Kaufkraft statt auf Nennwert ausrichtet, behält zumindest einen Teil der Kontrolle in der eigenen Hand.

News are loading…

Häufige Fragen zur Inflation im September 2026

Wie hoch ist die Inflation in Deutschland im September 2026?

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im September 2026 bei 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber August stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Das endgültige Ergebnis wird am 13. Oktober 2026 veröffentlicht.

Warum ist die Inflation wieder über drei Prozent gestiegen?

Haupttreiber ist Energie: Haushaltsenergie und Kraftstoffe waren im September 14,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Hintergrund sind unter anderem Sorgen um die globale Ölversorgung. Zusätzlich geben Unternehmen laut ifo Institut die höheren Energiekosten zunehmend an ihre Kunden weiter.

Was ist die Kerninflation und wie hoch ist sie aktuell?

Die Kerninflation misst die Teuerung ohne die schwankungsanfälligen Bereiche Nahrungsmittel und Energie. Sie lag im September 2026 bei 2,4 Prozent und damit deutlich unter der Gesamtrate. Das zeigt, dass der aktuelle Schub vor allem aus der Energie kommt.

Wie stark senkt der Tankrabatt die Spritpreise und die Inflation?

Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt von Oktober bis Dezember 2026 um 14,04 Cent je Liter, inklusive Mehrwertsteuer um rechnerisch 16,7 Cent. Ob die Senkung vollständig an der Zapfsäule ankommt, ist nicht garantiert, eine Weitergabepflicht gibt es nicht. Ökonomen erwarten eine Dämpfung der Inflationsrate um etwa 0,3 Prozentpunkte im Oktober.

Wie viel Kaufkraft verliere ich bei 3,3 Prozent Inflation?

Bei einer konstanten Rate von 3,3 Prozent hätten 10.000 Euro nach zehn Jahren nur noch eine Kaufkraft von rund 7.230 Euro, nach 20 Jahren von rund 5.220 Euro. Die Kaufkraft halbiert sich in gut 21 Jahren. Das ist keine Prognose, sondern eine Modellrechnung.

Warum fühlt sich die Inflation höher an als die offizielle Zahl?

Die amtliche Rate bezieht sich auf einen Durchschnittswarenkorb mit rund 700 Güterarten. Wer viel tankt, mit Öl heizt oder lange Pendelwege hat, ist von den aktuell stark steigenden Energiepreisen überdurchschnittlich betroffen. Zudem sinkt das Preisniveau nicht, wenn die Rate sinkt – die Preise steigen nur langsamer.

Schützt Gold vor Inflation?

Gold ist kein Zahlungsversprechen und kann nicht beliebig vermehrt werden. Historisch hat es über lange Zeiträume Kaufkraft bewahrt, kurzfristig kann der Preis jedoch deutlich schwanken. Gold eignet sich daher eher als langfristiger Baustein eines breit gestreuten Vermögens als für kurzfristige Spekulation.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 348 vom 30.09.2026; ifo Institut, „Höhere Energiepreise werden zunehmend weitergegeben“, 30.09.2026; tagesschau.de, „Ab Oktober gibt es wieder Tankrabatt“, 25.09.2026; DER SPIEGEL, 30.09.2026. Alle Angaben ohne Gewähr, dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.

Similar articles

News
06/10/2026
21 min.

Der Tankrabatt ist zurück

Seit dem 1. Oktober sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter. Der Staat feiert das als Hilfspaket, dabei verzichtet er nur drei Monate lang auf einen Teil seiner eigenen S…
Get expert tips on wealth protection and be the first to hear about new products

Stay informed with product launches, financial news and exclusive offers. Sign up for our free newsletter today.

By entering your email address and clicking the "Submit" button, you give the following consent: "I agree to be informed by email about new products, financial news and exclusive offers, and therefore consent to the processing of my email address for the purpose of sending the newsletter. I can revoke this consent at any time without giving reasons, with effect for the future. The lawfulness of processing carried out prior to revocation remains unaffected."