Wird Gold am Wochenende gehandelt? Handelszeiten, Montagslücke und was das für den Kauf bei Händlern bedeutet
Freitagabend, kurz vor 23 Uhr: Der Goldpreis zuckt noch einmal, dann steht er still. Bis in die Nacht von Sonntag auf Montag bewegt sich auf den Charts kein einziger Tick – obwohl in dieser Zeit Kriege beginnen, Zentralbanker Interviews geben und Wahlen entschieden werden. Wer am Samstag Gold bestellen will, fragt sich deshalb zu Recht: Wird Gold am Wochenende gehandelt, welcher Preis gilt für meine Bestellung, und warum startet der Montag manchmal mit einem Sprung?
Die meisten Antworten im Netz stammen von CFD-Brokern und drehen sich um Handelssitzungen und Hebelprodukte. Dieser Beitrag nimmt die Sicht des physischen Käufers ein: Er erklärt die Handelszeiten der großen Goldplätze in deutscher Zeit, den Stillstand am Wochenende, die Kurslücke am Montag, die Rolle von Feiertagen – und was all das für den Preis bedeutet, den ein Händler Ihnen am Samstag nennt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der internationale Goldmarkt handelt von Sonntagnacht bis Freitagabend nahezu rund um die Uhr – am Wochenende ruht er.
- Die letzte Notierung vom Freitag gilt bis zur Wiedereröffnung als Referenz. Auch der Euro-Dollar-Kurs steht still, daher bewegt sich der Goldpreis in Euro ebenfalls nicht.
- Ereignisse am Wochenende werden erst bei der Eröffnung eingepreist. Das kann eine Kurslücke am Montag erzeugen – nach oben wie nach unten.
- Händler, die am Wochenende Bestellungen annehmen, tragen dieses Risiko bis Montag. Sie sichern sich deshalb häufig über einen Sicherheitsaufschlag oder eine spätere Preisfixierung ab.
Wird Gold am Wochenende gehandelt? Die kurze Antwort
Nein – zumindest nicht im eigentlichen Marktsinn. Gold hat keine zentrale Börse wie eine Aktie, sondern wird über ein Netz aus außerbörslichem Handel (OTC), Terminbörsen und regionalen Handelsplätzen gehandelt. Diese Plätze überlappen sich unter der Woche so, dass fast immer irgendwo ein Markt offen ist. Am Wochenende aber schließen sie alle: Der Spothandel endet am Freitag gegen 23 Uhr deutscher Zeit und beginnt wieder am Sonntagabend zwischen etwa 23 Uhr und Mitternacht, je nach Anbieter und Jahreszeit. Dazwischen liegen rund 48 Stunden ohne echte Preisbildung.
Dass Sie dennoch am Samstag „Kurse“ sehen können, hat zwei Gründe. Erstens zeigen Preisportale die letzte Notierung vom Freitag an – oft ohne deutlichen Hinweis darauf, dass es sich um einen Schlusskurs handelt. Zweitens bieten einige CFD-Broker eigene Wochenendprodukte an, etwa sogenanntes „Wochenend-Gold“. Dabei handelt es sich nicht um einen Marktpreis: Der Anbieter IG weist selbst darauf hin, dass die Preise dieser Wochenendinstrumente vom Broker auf Basis verschiedener Faktoren bestimmt werden und offene Positionen beim Handelsschluss in einen regulären Wochentagskontrakt übergehen. Solche Kurse sind eine Schätzung, wohin der Markt am Montag eröffnen könnte – für den physischen Goldkauf spielen sie keine Rolle.
Für Sie als Käufer von Münzen und Barren heißt das: Zwischen Freitagabend und Sonntagnacht gibt es keinen neuen Weltmarktpreis, an dem sich ein Händler orientieren könnte. Jeder Preis, der Ihnen in dieser Zeit genannt wird, beruht auf dem letzten Freitagskurs – plus einer Annahme darüber, was bis Montag passiert.
Gold Handelszeiten: London, New York und Shanghai als Taktgeber
Der globale Goldhandel folgt der Sonne. Morgens deutscher Zeit prägen die asiatischen Plätze das Geschehen, tagsüber London, nachmittags und abends New York. Drei Zentren sind für die Preisbildung besonders wichtig.
London: OTC-Markt und LBMA-Auktionen
London ist das Zentrum des weltweiten Spothandels mit physischem Gold. Gehandelt wird dort überwiegend außerbörslich zwischen Banken, Raffinerien und großen Händlern. Zweimal täglich finden die elektronischen Auktionen für den LBMA Gold Price statt, die von der ICE Benchmark Administration (IBA) betrieben werden: um 10:30 und 15:00 Uhr Londoner Zeit, also um 11:30 und 16:00 Uhr deutscher Zeit. Der LBMA Silver Price wird einmal täglich um 12:00 Uhr Londoner Zeit ermittelt. Wie die Referenzpreise genau zustande kommen, erklärt unser Beitrag zur Entstehung des Goldpreises zwischen Spotpreis und LBMA-Fixing.
Wichtig für das Thema Wochenende: Laut LBMA werden die Edelmetall-Referenzpreise weder an Wochenenden noch an britischen Bank Holidays veröffentlicht. Die LBMA Handelszeiten folgen also dem britischen Kalender.
New York: die COMEX
In New York sitzt die COMEX, die wichtigste Terminbörse für Gold-Futures. Sie gehört zur CME Group und wird elektronisch über die Plattform CME Globex gehandelt: von Sonntag 18 Uhr bis Freitag 17 Uhr New Yorker Zeit, mit einer täglichen Pause von 60 Minuten ab 17 Uhr. In deutscher Zeit bedeutet das: Wochenstart in der Nacht auf Montag um Mitternacht, Wochenschluss am Freitag um 23 Uhr, tägliche Pause von 23 Uhr bis Mitternacht. Nur in den wenigen Wochen, in denen die USA und Europa die Uhren an unterschiedlichen Tagen umstellen, verschieben sich diese Zeiten um eine Stunde.
Shanghai: die Shanghai Gold Exchange
China ist einer der größten Goldmärkte der Welt, und die Shanghai Gold Exchange (SGE) ist dort der zentrale Handelsplatz für physisches Gold. Laut SGE läuft die Tagessitzung von 9:00 bis 15:30 Uhr, die Nachtsitzung von 20:00 bis 2:30 Uhr Pekinger Zeit. Die Wochenpause beginnt am frühen Samstagmorgen um 2:30 Uhr Pekinger Zeit – in Deutschland ist es dann noch Freitagabend – und endet am Montag um 9:00 Uhr Pekinger Zeit, also in den frühen Morgenstunden des deutschen Montags.
| Handelsplatz | Unter der Woche | Wochenschluss | Wiedereröffnung |
|---|---|---|---|
| Spot-Gold (OTC, XAU/USD) | nahezu durchgehend, kurze Pause am späten Abend | Freitag ca. 23 Uhr | Sonntag ca. 23 bis 24 Uhr |
| London (LBMA-Auktionen) | Gold 11:30 und 16:00 Uhr, Silber 13:00 Uhr | keine Auktion an Wochenenden | Montag 11:30 Uhr (erste Auktion) |
| COMEX New York (CME Globex) | 0 bis 23 Uhr, Pause 23 bis 24 Uhr | Freitag 23 Uhr | Montag 0 Uhr |
| Shanghai Gold Exchange | Tag: 2:00–8:30 Uhr (Winter) bzw. 3:00–9:30 Uhr (Sommer); Nacht: 13:00–19:30 bzw. 14:00–20:30 Uhr | Freitag ca. 19:30 bzw. 20:30 Uhr | Montag ca. 2 bzw. 3 Uhr |
Quellen: LBMA/IBA, CME Group, Shanghai Gold Exchange. Umrechnung in deutsche Zeit gerundet; bei Feiertagen und in den Wochen der Zeitumstellung sind Abweichungen möglich.
Goldpreis am Wochenende: Warum der Spotpreis stillsteht
Ein Preis entsteht, wenn Käufer und Verkäufer tatsächlich miteinander handeln. Am Wochenende sind die Handelstische der Banken nicht besetzt, die Terminbörsen geschlossen, die Auktionen ausgesetzt. Es gibt also keine Transaktionen, aus denen sich ein neuer Kurs ableiten ließe. Der zuletzt gehandelte Preis vom Freitagabend bleibt deshalb stehen – im Chart erscheint er als flache Linie oder als Lücke, je nachdem, wie das Portal Zeiten ohne Handel darstellt.
Für deutsche Käufer kommt ein zweiter Effekt hinzu. Gold wird international in US-Dollar je Feinunze notiert. Der Goldpreis in Euro ergibt sich aus dem Dollarpreis und dem Wechselkurs. Da auch der Devisenmarkt am Wochenende schließt, stehen beide Bestandteile gleichzeitig still. Eine Veränderung des Euro-Goldpreises zwischen Freitagabend und Sonntagnacht ist daher ebenfalls nur eine Anzeige, kein Marktergebnis.
Der folgende Chart zeigt den Goldpreis der vergangenen Woche. Achten Sie auf den Übergang vom Freitag zum Montag: Dort, wo der Markt geschlossen war, gibt es keine Kursbewegung – und die Montagseröffnung liegt nicht zwingend auf dem Niveau des Freitagsschlusses.
Wer genau hinschaut, erkennt außerdem: Auch unter der Woche gibt es Minuten und Stunden, in denen der Handel stark nachlässt. Das Wochenende ist nur die längste und sichtbarste dieser Pausen.
Die Montagslücke: Wie eine Kurslücke beim Goldpreis entsteht
Die Welt macht am Wochenende keine Pause. Politische Krisen, Anschläge, Äußerungen von Notenbankern, Wahlergebnisse oder Entscheidungen der chinesischen Behörden – all das kann zwischen Freitagabend und Sonntagnacht passieren. Weil in dieser Zeit niemand handeln kann, stauen sich die Reaktionen auf. Wenn die ersten Händler in Asien am Sonntagabend europäischer Zeit wieder Kurse stellen, preisen sie die neue Lage auf einen Schlag ein. Liegt der erste Kurs deutlich über oder unter dem Freitagsschluss, entsteht eine Kurslücke, im Fachjargon „Gap“.
Ein Beispiel aus dem Oktober 2023
Ein anschauliches Beispiel lieferte das Wochenende vom 7. und 8. Oktober 2023. Am Samstag griff die Hamas Israel an – bei geschlossenem Goldmarkt. Laut einem Bloomberg-Bericht, den unter anderem Finanzmarktwelt aufgriff, legte Gold am Montag um bis zu 1,2 Prozent zu, weil Anleger sichere Häfen suchten. Am Freitag zuvor war der Preis zeitweise bis auf 1.810 US-Dollar je Unze gefallen, hatte sich bis zum Handelsschluss aber bereits wieder etwas erholt; am Montagmorgen notierte er bei rund 1.852 Dollar. Maßgeblich für die Kurslücke ist der Abstand zum Freitagsschluss, nicht zum Tagestief. Wer am Samstag zu einem Preis auf Freitagsbasis gekauft hatte, lag am Montag also im Vorteil – der Händler, der das Gold noch beschaffen oder absichern musste, entsprechend im Nachteil.
Zur Einordnung auf heutigem Niveau: Bei einem Unzenpreis von rund 3.800 Euro (Stand: September 2026) entspricht eine Lücke von 1,2 Prozent etwa 46 Euro je Unze. Bei größeren Bestellungen summiert sich das schnell.
Typische Auslöser für eine Kurslücke am Montag
- Geopolitische Ereignisse wie militärische Angriffe, Eskalationen oder überraschende Waffenruhen
- Politische Entscheidungen, etwa Wahlergebnisse, Regierungskrisen oder angekündigte Zölle und Sanktionen
- Äußerungen von Notenbankern in Wochenendinterviews oder auf Konferenzen
- Ereignisse im Finanzsystem, zum Beispiel Bankenrettungen, die am Wochenende verhandelt und am Sonntagabend verkündet werden
- Nachrichten aus Asien, die in den frühen Morgenstunden des Montags auf die Eröffnung in Shanghai treffen
Wichtig ist die Einordnung: Eine Montagslücke ist nicht die Regel. An vielen Wochenenden passiert nichts, was den Goldpreis bewegt, und der Montag öffnet nahe am Freitagsschluss. Ob und wann sich eine Lücke wieder „schließt“, also der Kurs auf das Freitagsniveau zurückkehrt, lässt sich nicht vorhersagen. Die weitverbreitete Börsenweisheit, dass Kurslücken immer geschlossen würden, ist eine Faustregel, kein Naturgesetz.
Dünne Liquidität: Warum auch die Randzeiten zählen
Nicht nur das Wochenende selbst, auch die Stunden davor und danach sind besonders. Liquidität beschreibt, wie viele Kauf- und Verkaufsaufträge zu einem bestimmten Zeitpunkt im Markt liegen. Je dünner der Markt, desto weiter liegen Geld- und Briefkurs auseinander und desto stärker können einzelne Aufträge den Preis bewegen.
Am liquidesten ist der Goldmarkt, wenn London und New York gleichzeitig handeln – in deutscher Zeit ungefähr zwischen 14 und 18 Uhr. In dieses Fenster fällt auch die LBMA-Nachmittagsauktion um 16 Uhr. Deutlich ruhiger wird es dagegen in folgenden Phasen:
- Freitagabend: Nach Handelsschluss in London dünnt der Markt aus. Viele Marktteilnehmer schließen Positionen vor dem Wochenende, die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs werden weiter.
- Sonntagnacht: Die ersten Kurse nach der Wiedereröffnung entstehen bei geringer Beteiligung. Gerade hier zeigen sich Kurslücken am deutlichsten.
- Späte Abendstunden unter der Woche: Rund um die tägliche Pause der COMEX zwischen 23 Uhr und Mitternacht ist wenig los.
- Brückentage und Feiertage wichtiger Handelsplätze: Fehlt London, New York oder Shanghai, fehlt ein großer Teil der Nachfrage und des Angebots.
Für den physischen Käufer ist das keine Aufforderung, den perfekten Zeitpunkt abzupassen. Es erklärt aber, warum Händler in solchen Phasen vorsichtiger kalkulieren – und warum ein Preis am Freitagabend oder Sonntagabend etwas anders ausfallen kann als am Dienstagnachmittag.
Goldhandel an Feiertagen: Welche Kalender wirklich zählen
Beim Thema Goldhandel an Feiertagen denken viele zuerst an deutsche Feiertage. Für den Weltmarktpreis sind diese jedoch nahezu bedeutungslos. Entscheidend sind die Kalender in London, New York und China. Ein deutscher Feiertag betrifft vor allem den heimischen Händler: Service, Zahlungseingang und Versand ruhen, während der Goldpreis international weiterläuft.
| Feiertag | Betroffener Markt | Wirkung |
|---|---|---|
| Karfreitag und Ostermontag | London; am Karfreitag auch COMEX | keine LBMA-Preise, am Karfreitag weitgehend kein Handel – faktisch ein verlängertes Wochenende |
| Britische Bank Holidays im Mai und August | London | keine LBMA-Auktionen, geringere Liquidität im Spothandel |
| US-Feiertage (z. B. Unabhängigkeitstag, Thanksgiving) | COMEX | verkürzte Handelszeiten oder geschlossene Börse |
| Chinesisches Neujahr, „Golden Week“ Anfang Oktober | Shanghai | mehrtägige Schließung der SGE, schwächere asiatische Nachfrage |
| Weihnachten und Neujahr | London und New York; an Neujahr auch Shanghai | Schließungen und sehr dünner Handel zwischen den Jahren |
| Deutsche Feiertage (z. B. Tag der Deutschen Einheit) | kein internationaler Markt | Weltmarkt handelt normal, deutscher Händler arbeitet eingeschränkt |
Die Shanghai Gold Exchange weist zudem darauf hin, dass am Vortag öffentlicher Feiertage keine Nachtsitzung stattfindet – vor dem chinesischen Neujahr oder der Golden Week beginnt die Pause dort also schon früher. Rund um Ostern und Weihnachten wiederum entstehen durch die Schließungen in London und New York faktisch lange Wochenenden, an denen sich besonders viele Nachrichten aufstauen können. Das Risiko einer Kurslücke steigt mit der Dauer der Pause – ein viertägiges Osterwochenende ist aus Sicht eines Händlers riskanter als ein gewöhnlicher Samstag.
Gold kaufen am Samstag: Welcher Preis gilt für Ihre Bestellung?
Online-Shops sind rund um die Uhr erreichbar, der Goldmarkt nicht. Genau an dieser Nahtstelle entstehen die meisten Fragen. Um sie zu beantworten, hilft ein Blick auf die Seite des Händlers.
Das Problem des Händlers: offenes Preisrisiko bis Montag
Ein Edelmetallhändler verdient nicht an steigenden oder fallenden Kursen, sondern an der Spanne zwischen Einkauf und Verkauf, dem sogenannten Aufgeld. Verkauft er unter der Woche eine Unze, kann er sein Preisrisiko sofort am Markt absichern oder Ware nachkaufen. Am Samstag geht das nicht. Nimmt er Ihre Bestellung zu einem festen Preis an, trägt er das Risiko der Montagseröffnung selbst. Steigt der Goldpreis bis Montag, schrumpft seine Marge oder er macht Verlust. Fällt er, profitiert er – eine Wette, die kein seriöser Händler eingehen möchte.
Drei verbreitete Modelle der Preisfixierung
Im Markt haben sich deshalb unterschiedliche Lösungen herausgebildet. Welches Modell ein Händler nutzt, steht in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder in den Hinweisen zur Bestellung:
- Fester Preis mit Sicherheitsaufschlag: Der Shop verkauft auch am Wochenende zu einem festen Preis, der auf dem Freitagsschluss basiert und einen Puffer für mögliche Kursbewegungen enthält. Sie wissen sofort, was Sie zahlen – und zahlen dafür unter sonst gleichen Bedingungen etwas mehr als bei einem Kauf unter der Woche.
- Breitere Spanne in den Randzeiten: Manche Händler passen nicht nur am Wochenende, sondern schon am Freitagabend und in dünnen Marktphasen ihre Kalkulation an. Der Aufschlag ist dann in einem etwas höheren Aufgeld enthalten.
- Preisfixierung bei Wiedereröffnung: Die Bestellung wird angenommen, der verbindliche Preis aber erst mit dem Handelsstart am Montag festgelegt. Das spart den Puffer, lässt Sie aber bis dahin im Unklaren über den genauen Betrag.
Hinzu kommt der Zeitpunkt, zu dem der Vertrag zustande kommt. Häufig ist nicht der Klick auf „Bestellen“ entscheidend, sondern die Auftragsbestätigung des Händlers. Bei Kettner Edelmetalle etwa erhalten Sie direkt nach der Bestellung eine Bestellübersicht per E-Mail, die Auftragsbestätigung folgt nach einer manuellen Prüfung – der Ablauf ist im Beitrag zum Ablauf einer Bestellung beschrieben. Wie Kursfixierung, Lieferfrist und Vertragsschluss beim Online-Kauf im Detail zusammenhängen, lesen Sie im Ratgeber Gold online kaufen: Kursfixierung, Lieferfrist und Widerruf.
Kein Widerruf bei Kursschwankungen
Ein Punkt überrascht viele Käufer: Anlagegold ist in Deutschland in der Regel vom gesetzlichen Widerrufsrecht im Fernabsatz ausgenommen. Nach § 312g Abs. 2 Nr. 8 BGB gilt das für Waren, deren Preis von Schwankungen auf dem Finanzmarkt abhängt, auf die der Händler keinen Einfluss hat. Wer am Samstag bestellt und am Montag sieht, dass der Goldpreis gefallen ist, kann den Kauf daher nicht einfach widerrufen. Umgekehrt kann auch der Händler bei steigenden Kursen nicht nachträglich mehr verlangen, wenn der Preis bereits verbindlich vereinbart ist.
Praxis: Worauf Sie beim Goldkauf außerhalb der Handelszeiten achten sollten
Ob Sie am Wochenende oder unter der Woche kaufen, ist für eine langfristige Absicherung mit physischem Gold selten entscheidend. Über Jahre betrachtet fallen einzelne Montagslücken kaum ins Gewicht. Kurzfristig können sie aber den Preis einer konkreten Bestellung spürbar beeinflussen. Die folgende Checkliste hilft, Überraschungen zu vermeiden:
- Preisbasis prüfen: Achten Sie darauf, ob der angezeigte Preis ein fester Verkaufspreis ist oder erst bei Wiedereröffnung des Marktes fixiert wird.
- Zeitpunkt des Vertragsschlusses kennen: Lesen Sie in den Geschäftsbedingungen nach, ob der Kauf mit Ihrer Bestellung oder erst mit der Auftragsbestätigung verbindlich wird.
- Aufgeld vergleichen: Setzen Sie den Produktpreis ins Verhältnis zum reinen Materialwert. Ein ungewöhnlich hohes Aufgeld am Wochenende kann einen Sicherheitsaufschlag enthalten.
- Nachrichtenlage im Blick behalten: Bahnt sich an einem Wochenende eine große Entscheidung an, kann die Unsicherheit über die Montagseröffnung größer sein als sonst.
- Feiertage einplanen: Rund um Ostern, Weihnachten oder lange Wochenenden verlängert sich die Zeit bis zur Preisfixierung, Zahlung und Versand verzögern sich.
- Bei großen Summen gestaffelt kaufen: Wer einen größeren Betrag anlegen möchte, kann ihn auf mehrere Termine verteilen und so das Risiko eines ungünstigen Einzelzeitpunkts verringern.
Für einen regelmäßigen Aufbau eignen sich kleine Stückelungen wie 1-Gramm-Goldbarren, bei denen einzelne Kursbewegungen im absoluten Betrag kaum auffallen. Wer größere Beträge investiert, findet in den Kategorien Goldbarren und Goldmünzen die gängigen Anlageformate; für Silber lohnt ein Blick auf Silbermünzen. Grundsätzliche Tipps für den Einstieg bietet der Beitrag Gold kaufen: Welche 8 Regeln Anleger beachten müssen.
Eine der weltweit meistgehandelten Anlagemünzen ist der kanadische Maple Leaf. Aktuelle Ausführungen finden Sie hier:
Was den Goldpreis aktuell bewegt – und damit auch, ob am kommenden Wochenende mit größeren Ausschlägen zu rechnen ist –, zeigen die neuesten Meldungen:
Fazit: Das Wochenende ist eine Pause des Marktes, nicht der Welt
Gold wird am Wochenende nicht gehandelt. Von Freitagabend bis Sonntagnacht gibt es keine neuen Weltmarktpreise, weder in Dollar noch in Euro. Was in dieser Zeit geschieht, schlägt sich erst bei der Wiedereröffnung nieder – im ruhigen Fall kaum sichtbar, im unruhigen Fall als Kurslücke am Montag. Feiertage in London, New York und China verlängern diese Pausen, dünne Liquidität in den Randzeiten verstärkt ihre Wirkung.
Für Sie als Käufer ist das kein Grund, Wochenendbestellungen zu meiden. Es lohnt sich aber zu wissen, wie Ihr Händler mit dem offenen Risiko umgeht: Fester Preis mit Aufschlag oder Fixierung am Montag – beides ist legitim, solange es transparent kommuniziert wird. Wer das Prinzip verstanden hat, liest Preise am Samstag mit anderen Augen und kann seine Kaufentscheidung in Ruhe treffen.
Häufige Fragen zum Goldhandel am Wochenende
Wann schließt der Goldmarkt am Freitag und wann öffnet er wieder?
Der Spothandel mit Gold endet am Freitag gegen 23 Uhr deutscher Zeit. Er beginnt wieder am Sonntagabend zwischen etwa 23 Uhr und Mitternacht, je nach Handelsplattform und Jahreszeit. Die COMEX in New York öffnet in der Nacht auf Montag um 0 Uhr deutscher Zeit, die Shanghai Gold Exchange in den frühen Morgenstunden des Montags.
Welcher Goldpreis wird am Wochenende angezeigt?
In aller Regel der letzte gehandelte Kurs vom Freitagabend. Da auch der Devisenmarkt geschlossen ist, bleibt der Goldpreis in Euro ebenfalls unverändert. Sogenannte Wochenendkurse von CFD-Brokern sind vom Anbieter berechnete Schätzwerte und kein Marktpreis.
Kann ich am Samstag Gold kaufen?
Ja, viele Online-Händler nehmen auch am Wochenende Bestellungen an. Entscheidend ist, wie der Preis festgelegt wird: Manche Händler verkaufen zu einem festen Preis mit Sicherheitsaufschlag, andere fixieren den Preis erst bei Wiedereröffnung des Marktes. Die Regelung finden Sie in den Geschäftsbedingungen oder den Bestellhinweisen des Händlers.
Was ist eine Kurslücke beim Goldpreis am Montag?
Eine Kurslücke entsteht, wenn der erste Kurs nach dem Wochenende deutlich vom Freitagsschluss abweicht. Auslöser sind meist Ereignisse, die während der Marktpause eingetreten sind, etwa geopolitische Krisen oder politische Entscheidungen. Die Lücke kann nach oben oder unten gehen und ist nicht die Regel.
Warum ist Gold am Wochenende manchmal teurer?
Der Händler kann sein Preisrisiko am Wochenende nicht am Markt absichern. Nimmt er Bestellungen zu festen Preisen an, trägt er das Risiko der Montagseröffnung selbst. Viele Händler berücksichtigen das mit einem moderaten Sicherheitsaufschlag oder einer etwas breiteren Spanne in den Randzeiten.
Wird Gold an deutschen Feiertagen gehandelt?
Ja. Für den Weltmarkt sind vor allem die Kalender in London, New York und China maßgeblich. An deutschen Feiertagen wie dem Tag der Deutschen Einheit handelt der internationale Goldmarkt normal weiter, während deutsche Händler Service und Versand meist einschränken. An Karfreitag, Weihnachten und Neujahr ruhen dagegen London und New York weitgehend; Shanghai folgt dem chinesischen Feiertagskalender.
Wann werden die LBMA-Goldpreise festgestellt?
Die Auktionen für den LBMA Gold Price finden zweimal täglich um 10:30 und 15:00 Uhr Londoner Zeit statt, also um 11:30 und 16:00 Uhr deutscher Zeit. An Wochenenden und britischen Bank Holidays werden keine LBMA-Preise veröffentlicht.
Kann ich eine Wochenendbestellung widerrufen, wenn der Preis am Montag fällt?
In der Regel nicht. Nach § 312g Abs. 2 Nr. 8 BGB besteht kein Widerrufsrecht für Waren, deren Preis von Schwankungen auf dem Finanzmarkt abhängt. Das betrifft typischerweise Anlagegold und Anlagesilber. Ein einmal verbindlich vereinbarter Preis gilt für beide Seiten.
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